Eine Patin für den letzten Berufsabschnitt
Eine Verwaltungsangestellte aus Berlin stand drei Jahre vor dem Ruhestand und fürchtete sich vor dem Tag danach: keine Aufgabe, kein Rhythmus, kein Wir. Über das GenerationenWerk wurde sie mit einer Patin verbunden, die selbst vor sechs Jahren aus einer Führungsposition ausgeschieden war und seither ein Lesepaten-Projekt an Grundschulen aufgebaut hatte. In monatlichen Gesprächen klärten beide, was wirklich gehalten werden sollte — und was bewusst losgelassen werden konnte. Heute, ein Jahr nach dem letzten Arbeitstag, leitet die Begleitete ein Patenschaftsprogramm für Schülerinnen mit Migrationsgeschichte. Aus der Sorge um Leere wurde ein neuer, freier gewählter Sinn.
Meine Patin hat nicht gesagt, was ich tun soll. Sie hat zugehört, bis ich es selbst wusste.
